Proteste gegen Abrissarbeiten am Stuttgarter Hauptbahnhof fortgesetzt

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Bild: ddp
Magazin berichtet über Aktionen gegen Bahnchef Grube
Schlagworte:  Demonstrationen Stuttgart 
Demonstrationen Stuttgart )

Stuttgart (ddp). Rund 300 Demonstranten haben am Samstag die Proteste vor dem Stuttgarter Hauptbahnhof gegen die Abrissarbeiten am Nordflügel fortgesetzt. Wie ein Polizeisprecher der Nachrichtenagentur ddp sagte, hatten einige Demonstranten über Nacht vor dem Gebäude ausgeharrt. Gegen Mittag besetzte eine Gruppe von «Stuttgart 21»-Gegnern dann erneut die Straße vor dem Bahnhofsgebäude, so dass zeitweise der Verkehr zum Erliegen kam. Daraufhin zog der Demonstrationszug vor das Rathaus. Die Polizei war mit rund 150 Beamten im Einsatz.

Für den Abend hatten die Gegner des umstrittenen Bahnprojektes zu einer weiteren Demonstration aufgerufen. Die Proteste sollten auch am frühen Sonntagmorgen fortgesetzt werden.

Die Errichtung des Bauzauns am Freitagabend hatten etwa 130 Gegner des umstrittenen Bahnprojekts mit einer Sitzblockade zu verhindern versucht. Sie mussten weggetragen werden. Zudem blockierten etwa 700 Teilnehmer einer Protestaktion in mehreren Gruppen vorübergehend den Verkehr in der Innenstadt. Nach Mitternacht nahm die Polizei zehn Demonstranten vorübergehend fest, ließ sie nach Aufnahme der Personalien aber wieder frei. Insgesamt schrieb die Polizei elf Anzeigen wegen Körperverletzung, Nötigung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und Beleidigung.

Grünen-Landeschef Chris Kühn forderte einen sofortigen Baustopp. Es sei ein verzweifelter Akt der Provokation von Bahn und Landesregierung, dass sie «in einer Nacht-und-Nebel-Aktion» die Bagger am Hauptbahnhof vorrollen ließen, erklärte Kühn am Samstag. «Wir nehmen es nicht hin, wenn jetzt versucht wird, mit der Abrissbirne unumkehrbare Tatsachen zu schaffen», sagte er.

Die Gegner von «Stuttgart 21» bezweifeln unter anderem den verkehrspolitischen Nutzen der Verlegung des bislang oberirdischen Kopfbahnhofs unter die Erde. Angesichts der Rekordverschuldung der öffentlichen Kassen sei das Prestigeprojekt unverhältnismäßig. Sie fordern, den Kopfbahnhof zu sanieren. Darüber hinaus kritisieren sie, dass für das Milliardenprojekt mehr als 280 alte Bäume gefällt werden müssen.

Laut einem am Samstag veröffentlichten Vorabbericht des Nachrichtenmagazins «Focus» richten sich Aktionen von «Stuttgart 21»-Gegnern mittlerweile auch gegen Bahnchef Rüdiger Grube persönlich. Am Wohnort Grubes in Gechingen im Landkreis Calw seien Aktivitäten von Stuttgart-21-Gegnern festgestellt worden, heißt es demnach in einem internen Vermerk des baden-württembergischen Innenministeriums. Für Grube gelte «derzeit Gefährdungsstufe 3», Übergriffe seien demnach nicht auszuschließen. Zwar erhalte der Bahnchef vorerst keinen Personenschutz, an seinem Privathaus sähen Beamte jedoch regelmäßig nach dem Rechten.

Neben friedlichen Großdemos gegen das Milliarden-Vorhaben registriere die Polizei zunehmend Straftaten wie Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch und Nötigung. Prominente Befürworter des Projekts wurden in Briefen beleidigt und bedroht, hieß es zudem.

ddp

Schlagworte:  Demonstrationen Stuttgart 
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