Roth: Westerwelle verspielt europapolitisches Erbe Helmut Kohls

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Bild: ddp
Sie wirft dem FDP-Vorsitzenden in scharfen Worten Günstlingswirtschaft vor
Schlagworte:  Bundesregierung Westerwelle 
Bundesregierung Westerwelle )

Berlin (ddp). Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) sieht in den Vorwürfen, er begünstige auf Auslandsreisen Freunde und Familienmitglieder, politische Motive der Opposition wegen des anstehenden Wahlkampfes in Nordrhein-Westfalen. Dem Nachrichtenmagazin «Focus» sagte der FDP-Vorsitzende: «Das ist eine durchsichtige Kampagne der Kräfte, die in Nordrhein-Westfalen eine Linksregierung wollen. Dass dabei nicht einmal vor der Diffamierung von Familienangehörigen zurück geschreckt wird, ist infam.»

Die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth warf Westerwelle vor, das europapolitische Erbe von Altbundeskanzler Helmut Kohl (CDU) zu verspielen. «Guido Westerwelle verspielt das europapolitische Erbe Helmut Kohls. Ich werde nie Kohls Credo vergessen: Im deutschen Interesse ist kein deutsches Europa, sondern ein europäisches Deutschland«, sagte Roth der »Bild am Sonntag". Dies bedeute heutzutage beispielsweise, dass Griechenland ein europäisches Problem sei. «Da können wir uns nicht einfach wegducken. Das ist Politik im Sinne Helmut Kohls, nicht das kleine Karo von Guido Westerwelle.»

Darüber hinaus warf Roth dem FDP-Vorsitzenden in scharfen Worten Günstlingswirtschaft vor: «Herr Westerwelle betreibt hemmungslos Parteipolitik. Er weiß nicht, was sich gehört. Und er verquickt private Geschäftsinteressen seiner Familie und seiner Spezl mit deutscher Außenpolitik.»

FDP-Fraktionschefin Birgit Homburger hat Außenminister Westerwelle eine «starke Position» bescheinigt. Der «Neuen Osnabrücker Zeitung» sagte Homburger, er mache als Außenminister eine ebenso gute Arbeit wie als FDP-Bundesvorsitzender. Sie verteidigte den Minister gegen den Vorwurf der «Günstlingswirtschaft». SPD, Grüne und Linke inszenierten ein «durchsichtiges innenpolitisches Spektakel», um ihre eigene Konzeptionslosigkeit zu vertuschen. Mit ihren Attacken gegen Westerwelle und seine Begleiter während einer Südamerikareise nehme die Opposition die dauerhafte Beschädigung der politischen Kultur billigend in Kauf.

(ddp)

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