Rüttgers pocht auf Mitspracherecht der Länder bei AKW-Laufzeiten
ddp on 26 März, 2010 07:48:46
Düsseldorf (ddp). Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Jürgen
Rüttgers (CDU) pocht auf ein Mitspracherecht der Bundesländer bei der
Frage, ob die Laufzeiten für Atomkraftwerke verlängert werden sollen.
«Natürlich ist zur Verlängerung der Laufzeiten ein Gesetz notwendig
und dafür ist auch eine Mehrheit im Bundesrat nötig. Die Länder
müssen einer Laufzeitverlängerung also zustimmen, ja», sagte Rüttgers
dem «Handelsblatt» (Freitagausgabe).
In der Debatte über die Zukunft der Atomkraft stellte sich
Rüttgers hinter den in der CDU umstrittenen atomkraftkritischen Kurs
von Umweltminister Norbert Röttgen (CDU). Längere Laufzeiten seinen
nicht einfach nur eine Frage der Gegenleistung durch die
Atomkraftwerksbetreiber. «Kernenergie hat in Deutschland keine hohe
Akzeptanz. Deshalb hat der Bundesumweltminister Recht, wenn er sagt,
dass sich die Entscheidung über die Laufzeitverlängerung aus der
Frage der Sicherheit und der Frage des künftigen Energiemixes
ableiten muss und nicht aus einer Gegenleistung», sagte Rüttgers.
Der NRW-Regierungschef, in dessen Land die Kernkraftwerksbetreiber
E.ON und RWE ihren Sitz haben, betonte, die Verhandlungen über die
durch die Laufzeitverlängerung für diese Unternehmen entstehenden
Gewinne dürften «nicht wie auf einem Bazar» geführt werden.
(ddp)
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