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Bild: ddp
Guttenberg kommt zum Antrittsbesuch bei der Marine - Inspekteur will Kommandostrukturen abbauen
Schlagworte:  Bundeswehr Marine Guttenberg 
Bundeswehr Marine Guttenberg )

Eckernförde (ddp). Der Rahmen des Besuches von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) ist klar: «Wir müssen die Medienhoheit über eigene Themen zurückbekommen», heißt es am Dienstag bei der Marine im schleswig-holsteinischen Eckernförde. Das sind konkret Personalprobleme wie bei den Minentauchern oder der sinkende Materialerhalt bei den 79 Schiffen, 11 Flugzeugen und 43 Hubschraubern. So zeigt die Marine dem Minister mehrere Stunden lang auf See von Fregatte über Helikopter bis zum U-Boot alles, was sie hat und was sie kann. Und erklärt, wo der Schuh drückt.

Angesichts des immer knapper werdenden Budgets hat sich beispielsweise bei der Marine der Begriff «gesteuerter Ausbau» eingebürgert. Hochwertige Bauteile, die nicht ausreichend auf Lager sind, werden für den Einsatz aus anderen Schiffen herausgeholt. Das betrifft nicht nur alte Boote, sondern auch neue Fregatten, erfährt der Ministertross. Auch die Marineflieger mussten ihre Wünsche reduzieren. Und im «Wettbewerb der Talente» - sprich Nachwuchsgewinnung - kann die Marine längst nicht mehr mit dem Blick in die weite Welt motivieren.

Ein weiteres Problem sind die Minentaucher. In spätestens zwei Jahren werde es massive «Einsatzprobleme» geben, sagen die zuständigen Ausbilder. Schon jetzt blieben zahlreiche Ausbildungsplätze leer. Attraktivität, das räumt Guttenberg später ein, hat hier etwas mit dem Geld zu tun. Konkrete Zusagen kann er aber nicht machen.

Bei familienfreundlicheren Rahmenbedingungen bei Auslandseinsätzen ist schnelle Abhilfe ebenfalls nicht in Sicht. Während beim Heer die «Stehzeit» auf vier Monate verkürzt wurde, sind bei der Marine sechs Monate die Regel. «Da kommen mit Hin- und Rückreise schon 200 Tage locker zusammen», sagen Soldaten dem Minister. Der kann da nur nicken.

Abseits der Kameras und Mikrofone bringt Vizeadmiral Wolfgang Nolting bei Guttenberg noch ein Thema an, das ihn schon lange drückt: Die ausufernde Kommandostruktur in der Bundeswehr. «Wir haben hier mit neuen Strukturen den Koordinierungsbedarf erhöht», sagte der Inspekteur der Marine mit Blick auf Führungsstäbe der einzelnen Teilstreitkräfte. Da gebe es «einige Dubletten», die bei der nächsten Bundeswehrreform abgeschafft werden könnten.

Guttenberg hört zu, hakt nach und bleibt zum Schluss der vierstündigen Visite dennoch unkonkret. Auch er weiß, dass die Bundeswehr heute schon mehr als 31 Milliarden Euro pro Jahr kostet und er in den kommenden Jahren kaum mit deutlich mehr Geld rechnen kann. Deshalb solle man «nicht nörgeln», sagt der CSU-Politiker und fügt mit Blick auf die allgemeinen Haushaltsprobleme hinzu: «Wir müssen auch auf die kommenden Generationen achten.»

(ddp)

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