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Umweltaktivisten segeln zum Klimagipfel
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| Bild: ddp | |
| In Mecklenburg-Vorpommern rüsten die Klimapiraten für den Törn über die Ostsee nach Kopenhagen | |
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Schlagworte: Umwelt Klimagipfel Klimapiraten ( Umwelt Klimagipfel Klimapiraten ) |
Greifswald/Kopenhagen (ddp). In den Kajüten des Großseglers «Lovis» im Greifswalder Museumshafen wälzen sich zur Morgendämmerung die ersten Passagiere aus ihren Kojen. In der Mannschaftsmesse bereiten Astrid Goltz, Fritz Schadow und Alexander Steinhart schon das Frühstück vor. Derweil checkt Käpitän York Haase mit Nils Möllmann für den Tag den Segelplan. Eine Stunde später legt der Zweimaster ab und steuert durch die Wiecker Klappbrücke zur Trainingsfahrt für den großen Törn in einem Monat zum Umweltgipfel nach Kopenhagen hinaus auf den Bodden. Als die Segel gehisst werden, ist die ganze Crew gefragt.
Nils, Astrid, Fritz und Alexander sind Klimapiraten. Sie gehören einem offenen Netzwerk junger Umweltschützer an, die sich mit Nachdruck und Einfallsreichtum für einen weltweiten Wechsel in der Umweltpolitik engagieren. Auf dem Weg dorthin sei Kopenhagen ein ganz wichtiger Meilenstein, sagt Astrid. «Wir wollen den Konferenzteilnehmern vor Ort klarmachen, dass sie sich jetzt endlich einigen und auch finanzielle Zusagen für Umweltprojekte in ärmeren Ländern vereinbaren müssen, damit die Erderwärmung den Grenzwert von zwei Grad nicht übersteigt».
Zusammen mit mehr als 20 Gleichgesinnten aus ganz Deutschland segelt das Quartett am 5. Dezember mit der 37 Meter langen «Lovis» nach Dänemark, einem früheren Lotsen- und Wohnschiff, das vor neun Jahren zu einem Logger für Bildungstörns umgebaut wurde. Ihnen soll sich in Stralsund die Crew der Galeasse «Petrine» anschließen. Auch in Flensburg, Schweden und Finnland kündigten Umweltschützer, Greenpeace- und BUND-Aktivisten an, nach Kopenhagen zu reisen, um während der Klimakonferenz ihren Forderungen mit phantasievollen, friedlichen Aktionen Nachdruck zu verleihen.
Schon zum Abschied in den Häfen von Mecklenburg-Vorpommern wollen die Klimapiraten mit einem spektakulären Leinen-los-Manöver auf die Mission aufmerksam machen. «Wir werden Klimakanzlerin Angela Merkel (CDU) auffordern, unbedingt persönlich nach Kopenhagen zu kommen», sagt Astrid. In der dänischen Hauptstadt sind gemeinsame Schiffsparaden vorgesehen. «Wir werden Beobachter zu den Verhandlungen entsenden. Und während die Staatsoberhäupter und Klimaexperten um Finanzen und Senkungsquoten für Treibhausgase feilschen, werden wir uns in den Straßen von Kopenhagen an einer großen symbolischen Flutkette aus Menschen beteiligen, um vor den Folgen der Klimaerwärmung zu warnen.»
Zudem will die Crew in Kopenhagen der Zentrale von Dong Energy einen Besuch abstatten. Den Managern des dänischen Energiekonzerns sollen Schreiben und Unterschriftslisten aus Vorpommern überreicht werden, in dem Dong unmissverständlich aufgefordert wird, endlich auf den Bau des umstrittenen Steinkohlekraftwerks in Lubmin zu verzichten und den Antrag zurückzuziehen. «Statt Kohle sollte Dong Energy auch in Deutschland auf erneuerbare Energie setzen, dann ist das Unternehmen hier gern willkommen», sagt Nils Möllmann, der in Greifswald als Biologe arbeitet.
Bis die «Lovis» zur winterlichen Klimagipfel-Mission die Segel setzt, haben die Aktivisten noch viel vorzubereiten. Die jungen Leute müssen Verpflegung für zwei Wochen bunkern. Zudem wollen sie die mehr als 400 Quadratmeter großen Segel des Schiffs mit einem riesigen Werbebanner für klimafreundliche Projekte schmücken. «Wir wollen den Politikern in Kopenhagen klar machen, dass sich die Welt nicht mehr mit Absichtserklärungen zufriedengeben wird», mahnt Nils. An gewalttätigen Aktionen werde man sich aber auf keinen Fall beteiligen. «Doch im politischen Sinne haben wir Klimapiraten in Kopenhagen eine wichtige Schlacht zu schlagen!».
(ddp)
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