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Familienministerin als Autorin
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| Bild: dapd | |
| Schröder veröffentlicht erstes Buch und rechnet mit Feminismus und Rollenbildern ab | |
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Schlagworte: Personalien Schröder Buch ( Personalien Schröder Buch ) |
Berlin (dapd). Anlässlich ihrer Buchveröffentlichung rechnet die Opposition mit Bundesfamilienministerin Kristina Schröder ab. Die SPD bezeichnete Schröder als "kapitale Fehlbesetzung". Das Buch der CDU-Politikerin "Danke, emanzipiert sind wir selber!" wurde am Montag veröffentlicht. Schröder will es am Dienstag in einer Lesung in Berlin selbst vorstellen.
Entstanden ist die Schrift während Schröders Mutterschutz. Co-Autorin ist Caroline Waldeck, eine Mitarbeiterin aus dem Familienministerium. "Dieses Buch ist ein politisches Buch, aber kein Buch über Politik", heißt es im Vorwort. Schröder beschreibt, warum sie Leitbilder wie "Hausfrau, Karrieremutter, Rabenmutter " ablehnt. Diese würden den Frauen "samtene Fesseln" anlegen. "Dieses Diktat wollen wir hinter uns lassen", heißt es im Vorwort. Schröder wird nach eigenen Angaben ihren Erlös aus dem Verkauf spenden.
Kritik der SPD-Frauen
SPD-Politikerinnen attackierten das Buch scharf. SPD-Vize Manuela Schwesig sagte, es lese sich "wie eine einzige Rechtfertigung für ihr Nichtstun als Ministerin". "Bei rund 600.000 Alleinerziehenden, deren Kinder in Armut aufwachsen, einem Lohnunterschied von 23 Prozent zwischen Frauen und Männern sowie nur rund 3,7 Prozent Frauen in Vorständen der größten 200 Unternehmen in Deutschland, gibt es ganz andere Probleme, um die sich eine Frauenministerin kümmern müsste", kritisierte Schwesig.
SPD-Bundestagsfraktionsvize Dagmar Ziegler bemängelte die Veröffentlichung ebenfalls. Schröder sei "keine kompetente Streiterin für die Interessen von Frauen, sondern eine kapitale Fehlbesetzung". Ziegler kritisierte: "Sie nimmt sich die Zeit, ihre unreflektierte und dümmliche Auslegung des Feminismus in Buchformat zu gießen. Ihre Aufgaben als Ministerin vernachlässigt sie dagegen sträflich." Schröder erteile mit einer aktiven staatlichen Gleichstellungspolitik eine Absage.
Die Münchner Literaturwissenschaftlerin und Buchautorin Barbara Vinken warf Schröder "nicht nachvollziehbaren Antifeminismus" vor. Im Deutschlandradio Kultur sagte Vinken, das Buch sei das "Waterloo" der Ministerin und ihre Bankrotterklärung. Während Deutschland um 40 Jahre anderen westeuropäischen Staaten bei Ganztagsschulen und Betreuungsstrukturen für Kinder hinterher hinke, betreibe Schröder "Vogel-Strauß-Politik" und empfehle, dass jeder seinen Weg selbst wählen solle. Das Buch sei im Grunde ein Plädoyer für die Abschaffung des Familienministeriums, sagte Vinken.
Zitat aus dem Vorwort
Im Vorwort des Buches heißt es wörtlich: "So wie Strukturkonservative die Frauen für verantwortungslos halten, wenn sie die Küchenschürze gegen den Hosenanzug eintauschen, so halten Feministinnen Frauen für unemanzipiert, wenn sie die Küchenschürze nicht gegen den Hosenanzug eintauschen. Feministinnen und Strukturkonservative haben insofern eines gemeinsam: Sie erheben ein Rollenbild, das sie für sich selbst als vorzugswürdig erkannt haben, zum Rollenleitbild, das für alle gelten soll, und ziehen damit in den Kulturkampf um das richtige Frauenleben.
Das Ergebnis dieser Kulturkämpfe ist ein Zustand, den wir als allgegenwärtiges, vielstimmiges Diktat der Rollenbilder empfinden: als widersprüchliche Anweisungen selbst ernannter Autoritäten, die uns sagen, wie wir leben sollen. Enttäuscht sind wir dabei vor allem von Feministinnen. Ausgerechnet sie, die immer Emanzipation und Selbstbestimmung der Frau gepredigt haben, pflegen vielfach ein Weltbild, in dem die Frau vor allem als Opfer von Rollenfallen und Männerbünden, als diskriminiertes und benachteiligtes Geschlecht vorkommt."
(Kristina Schröder, Caroline Waldeck: "Danke emanzipiert sind wir selber!" Piper Verlag, München; 240 Seiten; 14,99 Euro.)
dapd
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