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Die Crux mit den Rasern
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| Bild: dapd | |
| Überhöhtes Tempo war auch 2009 der Grund für zahlreiche Unfälle | |
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Schlagworte: Verkehr Unfallentwicklung Folgen ( Verkehr Unfallentwicklung Folgen ) |
Stuttgart (dapd). Die Bilanz klingt gut: In den 50er Jahren ist das Risiko, bei Unfällen im Straßenverkehr zu sterben, 30-mal höher gewesen als heute, berichtet der Präsident des Statistischen Bundesamtes, Roderich Egeler. Doch diese Rechnung darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Zahlen heutzutage weitaus besser sein könnten - wenn auf Deutschlands Straßen nicht so gerast würde.
Nahezu 40 Prozent der Verkehrstoten starben im vergangenen Jahr bei Unfällen infolge überhöhter Geschwindigkeit, wie der Autoclub ACE in Stuttgart ermittelte. Auch fast 27 Prozent der Schwerverletzten wurden durch Raser verursacht. Insgesamt jedoch ging nach Angaben des Statistischen Bundesamtes die Zahl der Verkehrstoten von 4.477 im Jahr 2008 auf 4.152 (2009) zurück - ein Minus von 7,3 Prozent.
"Die Tatsache, dass im Laufe der vergangenen Jahre die Zahl der Tempounfälle massiv gesunken ist, kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass zu schnelles Fahren sich offenbar zum Volkssport entwickelt hat", kritisiert Rainer Hillgärtner vom ACE. Der Experte verweist darauf, dass fast 5,2 Millionen Führerscheinbesitzer im Jahr 2009 im Flensburger Verkehrszentralregister eingetragen waren, weil sie die zulässige Höchstgeschwindigkeit massiv überschritten hatten.
Gemessen an der Einwohnerzahl ereigneten sich die meisten Unfälle wegen nicht angepasster Geschwindigkeit laut der ACE-Studie auf den Straßen von Rheinland-Pfalz, Thüringen und Schleswig-Holstein. Die wenigsten Tempounfälle passierten hingegen in Brandenburg und Berlin. Vor allem junge männliche Verkehrsteilnehmer sind überproportional an unfallträchtigen Temposünden beteiligt. Je älter Fahrer oder Fahrerin, desto sicherheitsbewusster wird offenbar die eigene Geschwindigkeit eingeschätzt. Im Vergleich zum Fahrzeugbestand sind Motorradfahrer deutlich häufiger an Unfällen beteiligt, die auf unangemessenes Tempo zurückzuführen sind.
Beim Blick auf die Unfallzahlen der einzelnen Bundesländer aus dem Jahr 2008 zeigen sich nach Darstellung des ACE gravierende regionale Abweichungen. Gemessen an der Zahl von einer Million Einwohnern ab 14 Jahren passieren in Berlin mit 450 Crashs die wenigsten Tempounfälle. Auch Brandenburg (552) und Niedersachsen (619) liegen mit ihren Unfallraten klar unter dem bundesdeutschen Durchschnitt von 778 Unfällen. Massiv aufs Gas getreten wird dagegen offenbar in Schleswig-Holstein (1.006) und Thüringen (1.148). Rheinland-Pfalz führt mit 1.272 tempobedingten Unfällen mit Personenschaden pro einer Million Einwohner ab 14 Jahren die Liste an.
dapd
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