Deutsche Biotech-Branche ist schlecht im Geldverdienen

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Bild: dapd
Maschmeyers Einstieg bei Biofrontera typisch für die Finanzierung
Schlagworte:  Branchen Biotechnologie 
Branchen Biotechnologie )

Frankfurt/Main (dapd). In der deutschen Biotech-Branche wird viel Geld verbrannt: Die rund 400 privaten und börsennotierten biotechnischen Firmen machten im vergangenen Jahr knapp 1,1 Milliarden Euro Umsatz. Ihr Verlust belief sich dabei auf 437 Millionen Euro, wie aus dem am Montag in Frankfurt am Main vorgelegten Deutschen Biotechnologie-Report von Ernst & Young hervorgeht.

Zwar entwickeln die Firmen ständig neue Therapien, etwa mithilfe von manipulierten Antikörpern und Proteinen. Von dem erworbenen Wissen der forschungsstarken Unternehmen profitieren aber meist andere. Dazu gehören besonders die Pharmakonzerne. Den "großen Tankern" fehle es an der "Kreativität, Agilität und Entscheidungsfreude" der kleinen Firmen, sagte der Leiter des Life Science Industriezentrums der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Siegfried Bialojan.

Beispiele wie Bayer, das 1897 das Aspirin erfand und zu einem deutschen Vorzeigeunternehmen wuchs, sind von der Branche deshalb nicht zu erwarten. Das zeigt auch ein Blick auf die Liste der zehn größten Kapitalvernichter 2011: Mit Epigenomics, Sygnis, November und Paion bereiteten Anlegern vier Biotech-Firmen die meisten Kopfschmerzen, stellte die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz fest.

Medikament gegen Hauttumore überzeugte Maschmeyer

Die Branche "sei sehr stark fokussiert auf den akademischen Bereich", sagte Bialojan. "Wenn es tatsächlich darum geht, damit wirklich Geld zu verdienen", würden Medikamente häufig anderswo entwickelt. Deutsche Erfindungen sind etwa in der Schweiz oder den USA beliebt.

Während Aktienanleger, Risikokapitalfirmen und Banken sich nicht die Hände verbrennen wollten, setzten jetzt reiche Privatleute oder Familien auf die Branche. Der Einstieg des früheren AWD-Managers Carsten Maschmeyer beim Hautspezialisten Biofrontera sei typisch für die Finanzierung deutscher Biotech-Firmen, sagte Bialojan.

Maschmeyer hatte sich Ende März mit circa 1,3 Millionen Euro ein Achtel der Biofrontera-Aktien gesichert. Die Leverkusener hatten im Dezember von der Europäischen Kommission eine Zulassung für das Medikament Ameluz bekommen. Damit werden von der Sonne verursachte Hauttumore behandelt.

dapd

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