Kühe belasten Umwelt mit Methan

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Bild: ddp
Bauern für mehr Forschung zu Schadstoffen aus der Rinderhaltung
Schlagworte:  Agrar Umwelt 
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Magdeburg (ddp-lsa). Sachsen-Anhalts Landesbauernverband hat sich für eine offensive Debatte um den Methanausstoß von Kühen ausgesprochen. Die Umweltgefahr durch die schädlichen Gase dürfe keineswegs verniedlicht werden, sagte Hauptgeschäftsführer Fritz Schumann der Nachrichtenagentur ddp in Magdeburg. Er plädierte dafür, sinnvolle Kompromisse zwischen Umwelt- und Tierschutz zu finden, um eine Reduzierung von Methangas zu erreichen, dessen klimaschädigendes Potenzial mehr als 20-mal so hoch sei wie das von CO2.

Tiere mit Höchstleistungen von 10 000 Litern Milch im Jahr produzierten letztlich ebenso viele Schadstoffe wie andere, die nur die Hälfte Ertrag bringen. Schumann sprach sich daher dafür aus, durch eine optimierte Fütterung die Leistung von Kühen zu erhöhen. Das ginge nicht ohne Kompromisse, denn hohe Erträge könnten nicht allein mit Gras- oder Mais als hauptsächliche Nahrungsquelle erreicht werden. Landwirte müssten dazu auch Kraftfutter einsetzen.

Der Hauptgeschäftsführer forderte mehr wissenschaftliche Untersuchungen zu diesem Thema. Nur so ließen sich langfristig tragfähige Lösungen erarbeiten. Bei Kühen sei Methan, dass durch Rülpsen freigesetzt wird, nur eine Seite der Medaille. Vielmehr gelangten weitaus größere Mengen über die Gülle in die Umwelt. Eine Aufbereitung in Biogasanlagen direkt auf dem Bauernhof bezeichnete Schumann doppelt sinnvoll und umweltschonend. Dort werde das extrem schädliche Gas zu CO2 umgewandelt. Gleichzeitig könne Energie durch die Nutzung von Ressourcen erzeugt werden.

Nach Einschätzung des Umweltbundesamtes (UBA) in Dessau trägt die Landwirtschaft hauptsächlich durch Methan- und Lachgasemissionen zum Klimawandel bei. In Deutschland ist deren Anteil an den gesamten Emissionen von Treibhausgasen relativ gering und liegt bei knapp acht Prozent. Davon gingen zwei Drittel auf den Einsatz von Stickstoffdüngern und dadurch erhöhten Lachgasemissionen zurück. Das restliche Drittel entfällt auf das von Wiederkäuern gebildete Methan.

In Sachsen-Anhalt werden nach Angaben des Statistischen Landesamtes gegenwärtig knapp 337 000 Rinder gehalten. Damit wurde 2007 der seit Jahren anhaltende Abwärtstrend gestoppt, der Bestand stieg um rund 6000 Tiere. Fast 130 000 Kühe im Bundesland dienen der Milchproduktion. Im Dezember 1990 lebten in den Landwirtschaftsbetrieben zwischen Arendsee und Zeitz noch fast 900 000.

(ddp)

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